UNSERE VISION Warum wir diese Stiftung aufbauen
Rassistische Positionen werden lauter, autoritäre und rechte Politik gewinnt an Einfluss und gleichzeitig wird communitiesbasierte-Arbeit verfolgt.
Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur in Worten. Rassistische Gewalt nimmt zu, rechte Netzwerke und ihre Ideologien werden immer wieder als Einzelfälle abgetan und ihre Ursachen selten benannt. Gleichzeitig geraten Grundrechte zunehmend unter Druck: Geflüchteten wird durch Bezahlkartensysteme Selbstbestimmung und Würde genommen, Abschiebungen werden ausgeweitet und politische Entscheidungen treffen häufig diejenigen, die ohnehin kaum Schutz erfahren.
Für viele Menschen aus unseren Communities ist das keine abstrakte politische Entwicklung. Es ist ihr Alltag. Menschen fragen sich, ob sie hier langfristig sicher leben können.
Gerade deshalb organisieren sich rassismuserfahrene Communities seit Jahrhunderten selbst. Sie bauen Beratungsstrukturen auf, begleiten Menschen durch Krisen, dokumentieren rassistische Gewalt, schaffen Wissen, stärken Solidarität und verteidigen demokratische Werte. Diese Arbeit baut auf Generationen des Widerstands und der Selbstorganisierung auf und schließt bis heute Lücken, die staatliche Strukturen nicht schließen.
Gleichzeitig geraten genau diese Organisationen, Initiativen und Bewegungen zunehmend unter Druck. Fördermittel werden gekürzt, politische Prioritäten verschieben sich und Repressionen gegen zivilgesellschaftliche Akteur*innen nehmen zu. Viele arbeiten von Förderperiode zu Förderperiode und investieren einen großen Teil ihrer Zeit in Anträge und Nachweise statt in die Arbeit mit ihren Communities.
Planungssicherheit? Fehlanzeige. Rücklagen? Kaum möglich. So werden ausgerechnet die Strukturen geschwächt, die in einer Zeit wachsender Unsicherheiten Schutz, Solidarität und demokratische Teilhabe ermöglichen.
Die Community-Stiftung entsteht aus dieser Realität. Sie versteht sich nicht als Lösung aller Probleme, sondern als langfristige Infrastruktur, die communitiesbasierte Arbeit unabhängiger macht, ihre Handlungsfähigkeit stärkt und dazu beiträgt, dass Wissen, Solidarität und Selbstorganisierung erhalten bleiben.
Deshalb bauen wir etwas Neues auf.
Die Community-Stiftung entsteht aus unseren Communities heraus: Von Menschen, die selbst erfahren haben, was es bedeutet, gegen Rassismus zu arbeiten und dabei immer wieder um Ressourcen und Selbstbestimmung, aber auch gegen Repressionen kämpfen zu müssen.
Unsere Vision ist eine unabhängige Förderstruktur für rassismuserfahrene Communities. Eine Struktur, in der Ressourcen, Mitbestimmung und Förderentscheidungen näher an den Menschen liegen, die gegen Rassismus und Diskriminierung arbeiten.
Wir wollen dazu beitragen, dass Organisationen, Betroffeneninitiativen und selbstorganisierte Bewegungen langfristig planen können. So bleibt mehr Zeit für das, worauf es ankommt: Menschen zu unterstützen, Wissen weiterzugeben, Gemeinschaft zu stärken und gesellschaftliche Veränderungen voranzubringen.
Der Weg ist das Ziel
Unser Ziel ist klar: Bis 2032 wollen wir mindestens 20 Millionen Euro mobilisieren, um die Community-Stiftung aufzubauen und langfristige Förderung zu ermöglichen.
Solche Ziele werden oft als zu groß oder unrealistisch bezeichnet. Das kennen soziale Bewegungen seit jeher. Viele Veränderungen, die heute selbstverständlich erscheinen – das Frauenwahlrecht, die Entkriminalisierung von Homosexualität oder wichtige Antidiskriminierungsrechte – begannen als Visionen, die belächelt wurden.
Für uns ist dieses Ziel deshalb beides: Große Vision und konkrete Notwendigkeit. Der Bedarf an einer unabhängigen Förderstruktur ist längst da. Entscheidend ist nicht, ob sie entsteht, sondern wie wir sie gemeinsam aufbauen.
Diese Stiftung ist kein kurzfristiges Projekt.
Antirassistische Bewegungen gab es lange vor der Community-Stiftung und sie wird es auch ohne uns geben. Unser Beitrag ist ein anderer: Wir bauen eine langfristige Förderstruktur auf, die diese Arbeit nachhaltig stärkt und unabhängiger macht.
Wir möchten eine Partnerin für Communities-Organisationen, Betroffeneninitiativen und Bewegungen sein. Eine Stiftung, die Ressourcen zugänglich macht, Türen öffnet und dazu beiträgt, dass Communities ihre Arbeit selbstbestimmt weiterentwickeln können, ohne ihre Themen und Perspektiven an wechselnde Förderlogiken anpassen oder mühsam für eine Demonstration Spenden sammeln zu müssen.
UNSERE MISSION Unser Antrieb und wie wir Förderung neu denken
Unsere Arbeit entsteht nicht aus einem Familienvermögen oder vererbter Macht, sondern aus der Erfahrung von Communities-Arbeit, Selbstorganisierung und solidarischer Verantwortung. Wer die Community-Stiftung unterstützt, gibt Ressourcen bewusst an diejenigen ab, die seit Jahrhunderten gegen Rassismus und Diskriminierung arbeiten.
Als fördernde Stiftung verstehen wir Förderung als politische Praxis der Ressourcenumverteilung. Wir wollen Handlungsspielräume, Ressourcen und Mitbestimmung gerechter verteilen. Förderentscheidungen sollen dort getroffen werden, wo Erfahrungen mit und Strategien gegen Rassismus und Diskriminierung bereits vorhanden sind.
Dafür bauen wir die Community-Stiftung als Hybridstiftung auf.
Direkte Unterstützung
Ein Teil der eingeworbenen Mittel kommt direkt in den Topf für Förderung, Rechtshilfe und den Aufbau der Stiftung.
Langfristiger Kapitalaufbau
Ein anderer Teil wird als Stiftungskapital angelegt. Die Erträge daraus sichern unsere Fördertätigkeit langfristig.
So verbinden wir unmittelbare Unterstützung mit dem Aufbau einer dauerhaften Förderstruktur: Damit Community-Arbeit nicht nur heute, sondern auch in Zukunft verlässlich finanziert wird.
Wir stärken Organisationen, Betroffeneninitiativen und selbstorganisierte Bewegungen, die von rassismuserfahrenen Communities getragen werden und sich für den Abbau von Rassismus sowie anderer Formen struktureller Diskriminierung einsetzen. Hier kannst du nachlesen, was wir stärken wollen.
Hilf mit, wichtige Strukturen dauerhaft zu stärken.
Ob einmalig oder regelmäßig – deine Spende unterstützt Communities, langfristig handlungsfähig zu bleiben.